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Zeckenhochsaison

Zeckenhochsaison

In jedem Frühjahr beginnt wieder die Zeckensaison. Ab 4-8° C Temperatur und unter 1500 Höhenmetern sind die kleinen Plagegeister unterwegs. Auch nach der heißen Sommerzeit kommt es wieder vermehrt zu Zeckenbefall.

Während der alleinige Biss durch eine Zecke nur eine kleine Entzündung an der Bissstelle verursacht, sind Krankheiten, die durch eine infizierte Zecke übertragen werden, lebensbedrohlich.

Durch das immer milder werdende Klima findet man nun auch schon Krankheiten bei uns in Österreich, die vor wenigen Jahren nur in südlichen, wärmeren Ländern vetreten waren.

 

Zu diesen Erkrankungen zählen:

Anaplasmose

Hervorgerufen durch das Bakterium Anaplasma phagocytophilum, das innerhalb von 24 Stunden übertragen wird, zeigen sich beim Hund Fieber, Appetitlosigkeit, Muskelschmerzen und Blutarmut. Katzen erkranken meist nur, wenn sie durch andere Vorerkrankungen bereits geschwächt sind.

Durch eine Blutabnahme kann die Diagnose gestellt und durch Antibiotikagabe der Patient geheilt werden.

Babesiose

Der Erreger Babesia canis gelangt im Regelfall frühestens 48 Stunden nach erfolgtem Zeckenbiss in den Hund. Die Babesien zerstören die roten Blutkörperchen und nach 5-14 Tagen treten Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit und in 60 % der Fälle auch rötlich verfärbter Harn auf. Bei unbehandelten Fällen kann es zu Nierenversagen kommen.

Auch hier stellt man die Diagnose mittels einer Blutabnahme.

Die Therapie erfolgt mittels Injektion eines Spezialmedikaments, das wir immer vorrätig in unserer Klinik haben.

Borreliose

Diese bakteriell bedingte Erkrankung führt ca. 24-48 h nach einem Zeckenbiß zur Infektion beim Hund. Meist zeigen sich 3-6 Monate nach der Infektion Fieber und Gelenksschwellungen, die sich als Lahmheiten äußern.

Die Diagnose wird durch Untersuchungen von Blut (Antikörpernachweis) und Gelenkspunktat gestellt.

Therapie der Wahl ist hier eine 2- bis 3-wöchige Antibiotikagabe.

Frühsommer-Meningoenzephalitis

Im Gegensatz zu den anderen Erkrankungen handelt es sich hier beim Erreger um einen Virus. Innerhalb weniger Stunden nach dem Biss kommt es zu einer Übertragung des Flavivirus auf den Hund, die nach 5-9 Tagen zu Fieber, Lähmungen, Blindheit und epileptischen Anfällen führt.

Ein Antikörpernachweis im Blut oder Liquor (Flüssigkeit aus dem Rückenmarkskanal) führt zur Diagnose. Hier gibt es nur eine unterstützende Therapie, aber kein Medikament, das den Erreger direkt bekämpft. Während ca. 30 % der Hunde sterben, schaffen aber auch viele eine Heilung.

Hämoplasmose

Beim Hund ist der Erreger Mycoplasma haemocanis, bei der Katze Mycoplasma haemofelis. Die Erreger (übertragen durch Zecken UND Flöhe) heften sich an die roten Blutkörperchen und verursachen so Fieber, Blutarmut, Gelbsucht und geschwollene Lymphknoten.

Die Diagnose wird mittels Blutuntersuchung gestellt. Therapeutisch kommen Antibiotika über mehrere Wochen zum Einsatz.

Vorbeugende Maßnahmen

Ein längeres Festsaugen der Zecke und somit eine Übertragung der Erkrankungen ist zu vermeiden!

Dazu gibt es Halsbänder, Spot-on-Tropfen oder auch Tabletten. Wichtig dabei ist die genaue Wirkdauer der Produkte zu beachten und diese zur Zeckenzeit lückenlos zu verwenden. Wir beraten Sie gerne, welches Produkt für Ihr Tier geeignet ist.

Sollte man doch Zecken auf dem Haustier finden, sind diese unverzüglich zu entfernen. Dabei helfen Zecken-zangen/ -kulis. Ein Bestreichen mit Öl ermöglicht der Zecke noch Erreger in das Tier zu übertragen und ist daher zu unterlassen.

Winterzeit = Pfoten-aua-Zeit

Winterzeit = Pfoten-aua-Zeit

Auch im Winter freuen sich die meisten Hunde über regelmäßige und lange Spaziergänge. Damit das aber nicht mit Schmerzen oder Lahmheiten endet, sollte man einiges beachten.

Hundepfoten werden in der kalten Jahreszeit durch hart gefrorene Böden, Eis, Schnee und vor allem Streusalz oder Streusand besonders beansprucht.

Vaseline, Hirschtalg, Melkfett oder spezielle Pfotenbalsame sollten vor (und bei zusätzlichem Bedarf auch nach) dem Spaziergang aufgetragen werden. Diese Cremes fetten und wirken wie ein wasserabweisendes Schutzschild gegen Schneeklumpen, Eis oder Salz und bewahren die Pfoten davor aufzureißen oder spröde zu werden.

Zusätzlich ist eine regelmäßige Kontrolle der Pfoten auf Risse oder Rötungen im Zwischenzehenbereich unerlässlich. Lange Haare zwischen den Zehen sollten gekürzt werden, da sich hier oft Schnee oder Sand sammelt, der sich zu Eiskristallen bzw. Sandklumpen verhärten kann. Dies führt zu Druckstellen oder sogar kleinen Schnittwunden.

Nach einem langen Spaziergang in der Natur reicht oft ein Trockenwischen mit einem Microfasertuch.

Meiden Sie jedoch Wege mit Rollsplitt und Streusalz. Ist das nicht möglich, waschen Sie die Pfoten nach dem Spaziergang mit zimmerwarmem Wasser ohne Seife. Das schützt auch davor, dass Ihr Hund durch Belecken der Pfoten Salz oder andere Enteisungssubstanzen aufnimmt, die im Magen Probleme verursachen können.

Silvester

Silvester

Wie jedes Jahr geht der Jahreswechsel mit Feuerwerken und viel Knallerei einher.

Die wenigstens Hunde lieben Silvester. Doch während der eine Hund lediglich etwas beunruhigt ist, leiden andere unter einem echten Angst-Trauma. Oft werden Hunde auch im Alter geräuschempfindlicher und die Furcht verstärkt sich.

Wie können Sie Ihrem Tier helfen?

In den Wochen vor Silvester sollte man schon damit beginnen, die ersten Vorbereitungen zu treffen:

Bauen Sie eine Art Höhle, wo Ihr Hund Leckereien und Lieblingsspielzeug findet und gelobt wird, wenn er sich dorthin zurückzieht. Pheromon-Produkte (z.B. Adaptil) in der Nähe des Rückzugsortes können das Sicherheitsgefühl noch zusätzlich steigern.

Manche Hunde kann man mit Actionfilmen oder im Handel erhältlichen speziellen Geräusche–CDs auf die bevorstehenden Knallgeräusche desensibilisieren, sodass der Lärm dann vertrauter ist.

Da besonders zu Silvester viele verschreckte Hunde (aber auch Katzen) verloren gehen, ist es wichtig, dass Ihr Tier mit einem Mikrochip gekennzeichnet ist. Dann kann der Besitzer schnell ausfindig gemacht werden, wenn es gefunden wird.

Am Silvestertag selbst helfen folgende Tipps:

Lassen Sie Ihr Tier keinesfalls alleine!

Starten Sie den Tag mit einem langen Spaziergang früher und machen Sie die letzte Runde vor Einbruch der Dunkelheit. Lassen Sie Ihren Hund nicht von der Leine!

Zu Hause schließen Sie alle Fenster und Türen und drehen Sie Radio oder Fernsehen an, um Lärm von draußen abzuschirmen.

Schließen Sie auch alle Vorhänge und Rollos, drehen Sie das Licht an, um Lichtreflexe von draußen zu dämpfen.

Bleiben Sie selbst ruhig, eigene Nervosität verunsichert Ihr Tier. Sollte Ihr Hund Kontakt zu Ihnen suchen, gewähren Sie ihn, aber keinesfalls bemuttern Sie ihn, da dies auch Gefahr signalisieren kann. Spielen Sie mit ihm, um ihn abzulenken. Keinesfalls bestrafen Sie Ihr Tier, falls es in dieser Sondersituation unrein ist!

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, sprechen Sie mit uns darüber. Gemeinsam werden wir versuchen, eine für Ihr Tier passende Lösung zu finden.

Xylit-Vergiftung beim Hund

Xylit-Vergiftung beim Hund

Da in letzter Zeit in unserer Klinik vermehrt Hunde mit einer Xylit-Vergiftung vorgestellt wurden, möchten wir hier auf dieses oft noch unbekannte Problem aufmerksam machen.

Xylit (Xylitol/Birkenzucker) ist ein Zuckeralkohol und wird zuckerfreien Kaugummis, Süßigkeiten, homöopathischen Globulis und Zahncremen statt Zucker zugesetzt. Die Verwendung im Haushalt zum Backen oder Süßen ohne Zucker ist ebenfalls möglich.

Während Xylit zu schweren Vergiftungen bei Hunden, Rindern, Frettchen, Ziegen und Kaninchen führen kann, ist es für Menschen und Katzen unbedenklich. Die Aufnahme von 0,1 g/kg Körpergewicht führt zu Vergiftungssymptomen, 3-4 g/kg Körpergewicht kann zum Tod führen.

Xylit bewirkt eine erhöhte Ausschüttung von Insulin, die wiederum den Blutzucker absenkt. Bereits nach 15-30 Minuten kann es zu Erbrechen, Durchfall und durch die Unterzuckerung zu Schwanken und Schwäche kommen. Sehstörungen und ein erhöhter Herzschlag können sich auch zeigen. Besonders gefährlich ist die Schädigung der Leberzellen, die zu einem akuten Leberversagen mit Todesfolge führen kann.

Sollten Sie eine Xylit-Aufnahme ihres Hundes bemerken, suchen Sie schnellstmöglich einen Tierarzt auf. 

Solange keine klinischen Symptome auftreten und der Patient bei Bewusstsein ist, kann man durch induziertes Erbrechen versuchen, die Wirkung von Xylit zu verringern. Bei Vorliegen von Symptomen ist eine stationäre Aufnahme unumgänglich. Laufende Blutkontrollen und eine intravenöse Infusionstherapie mit Glucose und Leberschutz sind von Nöten. Dennoch kann es leider sein, dass trotz dieser Intensivtherapie das Tier an akutem Leber und Nierenversagen oder Blutgerinnungsstörungen stirbt.

Myxomatose (Kaninchenpest)

Myxomatose (Kaninchenpest)

Im Moment wurden wieder vermehrt Myxomatosefälle in unserer Klinik gesehen.

Diese durch den Myxomatosevirus verursachte Krankheit ist nur für Kaninchen gefährlich, nicht aber für Feldhasen oder andere Nagetiere (z.B. Meerschweinchen). Myxomatose wird vorallem durch Flöhe und Stechmücken übertragen und somit kommt es auch bei reinen Wohnungskaninchen zu Erkrankungen. Auch eine direkte Übertragung von Kaninchen zu Kaninchen ist möglich aber seltener.

3-9 Tage nach der Infektion entwickeln sich die ersten Symptome, wie Fressunlust und eine Bindehautentzündung. Augenlider, Nase, Ohren und Maul schwellen an. Im Gegensatz zu einer Schnupfenerkrankung (Pasteurellose) sieht man bei Myxomatose auch eine Schwellung der Genitalien. 

Ist das Kaninchen ungeimpft, verläuft die Krankheit nach 10-14 Tagen trotz Behandlung fast immer tödlich. Geimpfte Tiere zeigen oft einen milderen Krankheitsverlauf, manchmal sogar nur knotige Schwellungen an den Lidern und Ohren. Viele dieser Patienten können dann Dank der durch die Impfung aufgebauten Immunität mit entsprechender Behandlung überleben.

Auch wenn Myxomatose bei uns viel seltener gesehen wird als in anderen Ländern, empfehlen wir die jährliche Schutzimpfung, da es immer wieder zu akuten Seuchenausbrüchen (vor allem im September/Oktober) kommt.

Myxomatose
Anfahrt & Kontakt

Dr. Thomas Stöhr, Dr. Lothar Vogelsinger

Wiener Neustädter Str 17
2514 Traiskirchen

Telefon +43 2252 52544

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